Fünf Fragen an jedes Analysezertifikat
- Woher stammt die Aussage? Trenne die Werbeaussage des Shops, eine Shopkopie des Dokuments und eine direkt beim Labor zugängliche Fassung.
- Welche Probe wurde untersucht? Notiere Stoffname, Variante, nominelle Menge, Berichtsnummer und Chargenangabe. Ein ähnlicher Produktname reicht für eine Zuordnung nicht aus.
- Wann wurde was untersucht? Auftrag, Probeneingang, Beginn und Ende der Analyse können unterschiedliche Daten haben. Eine undifferenzierte Angabe „getestet am“ kann diese Unterschiede verdecken.
- Welche Ergebnisse stehen tatsächlich im Bericht? Übernimm nur gelesene Felder mit ihren Einheiten. Fehlende Angaben bleiben offen.
- Welche Verbindung zur Shopware ist belegt? Gleiche Chargenkennungen ab. Bei verschiedenen Kennungen braucht ihre Verbindung einen eigenen Beleg. Ein Link allein erklärt die Zuordnung nicht vollständig.
Diese Reihenfolge ist unsere Dokumentenmethodik, kein Gütesiegel für den Anbieter. Prüfstand der folgenden Beispiele: 11. Oktober 2026.
Dokumentenstatus ohne pauschales Qualitätshäkchen
| Erreichter Schritt | Was er belegt | Was offenbleibt |
|---|---|---|
| Shop behauptet einen Test | Die Behauptung ist öffentlich auffindbar | Bericht und Ergebnis können noch fehlen |
| Dokumentlink sichtbar | Ein Link ist vorhanden | Zugänglichkeit und Inhalt müssen geprüft werden |
| Bericht vollständig gelesen | Konkrete Felder des Dokuments sind nachvollzogen | Shopkopie und Laborquelle sind nicht automatisch gleichgestellt |
| Laborquelle abgeglichen | Bestimmte Felder wurden an der Laborquelle verglichen | Lieferkette und aktuelle Shopware sind dadurch nicht vollständig belegt |
| Eigene Probe analysiert | Ein eigener, gesondert dokumentierter Test wäre vorhanden | Diesen Schritt hat das Portal nicht durchgeführt |
Eine fehlgeschlagene Dateiöffnung wird als Zugriffsproblem erfasst. Sie beweist nicht, dass der Bericht fehlt oder ungültig ist. Ein angekündigtes Ergebnis ist ebenso wenig ein negatives Ergebnis.
Beispiel: passende Werte, unterschiedliche Chargen
Das Peptylab-Profil dokumentiert einen vollständig gelesenen Bericht mit Laborlink und Feldabgleich. Dort stehen die konkreten Werte und Kennungen. Die zentrale Prüffrage lautet: Ist neben der Übereinstimmung einzelner Ergebnisfelder auch die Verbindung zwischen Shopcharge und untersuchter Probe belegt?
Unterschiedliche Kennungen sollten zuerst getrennt erfasst werden. Eine Shopcharge kann anders bezeichnet sein als eine Lieferantencharge; eine Gleichsetzung braucht dennoch eine nachvollziehbare Grundlage. Die Dokumentation kann deshalb zugleich passende Einzelwerte und eine offene Zuordnung ausweisen. Ebenso wird eine vom Shop genannte Methode nur dann als Berichtsangabe übernommen, wenn sie im gelesenen Dokument tatsächlich steht.
Beispiel: fehlende Charge und unterschiedliche Daten
Das GPeptides-Profil dokumentiert den vollständigen visuellen Abgleich eines zweiseitigen PDFs und die dabei offenen Fragen. Es führt die Berichtsfelder mit Einheiten auf und benennt die tatsächlich erreichten Prüfschritte.
Bei einer fehlenden Chargennummer sollte kein eigener Ersatzwert eingetragen werden. Unterschiedliche Datumsfelder werden zunächst nebeneinander dokumentiert: Ein Analysebeginn ist etwas anderes als ein Untersuchungsende. Erst eine passende Erläuterung kann eine Abweichung auflösen. Außerdem bleibt die Herkunft der gelesenen Fassung sichtbar. Ein QR-Code oder ein Laborname auf einer Shopkopie ersetzt den tatsächlichen Abgleich an der Laborquelle nicht.
Reinheit, Menge und weitere Ergebnisse nicht vermischen
Ein Prozentwert und eine Mengenangabe beantworten verschiedene Fragen. Die nominelle Produktbezeichnung, der gemessene Inhalt in Milligramm und eine berichtete Reinheit erhalten deshalb eigene Felder. Wer nur einen dieser Werte herausgreift oder nominelle und gemessene Menge gleichsetzt, verändert die Aussage des Dokuments.
Auch weitere Parameter behalten ihre eigene Bezeichnung und Einheit. Wir geben ein Ergebnis wieder, ohne daraus eigenständig Grenzwerte oder Anwendungseignung festzulegen. Eine fachliche Bewertung der Messverfahren und ihrer Aussagekraft ist ein gesonderter Schritt. Ein im Bericht nicht ausgewiesener Untersuchungsbefund wird nicht durch einen anderen Messwert ersetzt.
Was ein Dokumentenvergleich nicht entscheidet
Die gelesenen Berichte beziehen sich auf die jeweils beschriebenen Proben. Sie belegen keine Wirksamkeit in einer Erkrankung, keine Sicherheit einer Anwendung und keine pauschale Qualität jeder späteren Lieferung. Wir haben weder eine eigene Probe entnommen noch eine Laboranalyse beauftragt. Ebenso erfolgt hier keine Entscheidung über Verkauf, Import oder medizinische Zulassung.
Die Methodik hält diese Prüfebenen getrennt. Im Anbietervergleich werden dieselben Grenzen sichtbar; das Stoffwissen behandelt wissenschaftliche Fragen mit eigenständigen Quellen.
