Anti-Doping-Hinweis vor der Stoffübersicht
WADA-Liste 2026, gültig seit 01.01.2026; geprüft am 13.10.2026. Die unten behandelten Stoffe beziehungsweise Gruppen sind im und außerhalb des Wettkampfs verboten. Die Liste erfasst auch verwandte Substanzen; fehlende Einzelnennung ist keine Freigabe. Offizielle Liste.
Sportstatus, medizinische Zulassung, Nutzen, Sicherheit und allgemeine Rechtslage beantworten unterschiedliche Fragen. Ein Verbot belegt keine leistungssteigernde Wirkung. Für individuelle sportrechtliche Fragen ist die zuständige Anti-Doping-Organisation maßgeblich. Bei notwendiger medizinischer Behandlung ist eine TUE ein formelles Ausnahmeverfahren dieser Organisation; eine Verschreibung allein ersetzt es nicht. WADA zum TUE-Verfahren.
Was müsste ein Muskelaufbau- oder Regenerationsbeleg zeigen?
Wachstumshormon, kurz GH, und insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1, kurz IGF-1, gehören zu biologischen Signalwegen. Ein veränderter Blutspiegel zeigt zunächst eine endokrine Reaktion. Ein Ergebnis zur Muskelgröße müsste Gewebe oder Körperzusammensetzung prüfen; ein Kraftbeleg benötigt eine geeignete Funktionsmessung. Regeneration verlangt wiederum eine konkrete Definition, etwa wiederhergestellte Funktion nach einer bestimmten Belastung oder Verletzung.
Eine Studie zu GH-Freisetzung bei gesunden Erwachsenen ist deshalb keine Trainingsstudie. Die CJC-1295-Arbeit von Teichman untersuchte beispielsweise GH- und IGF-I-Messungen sowie Pharmakokinetik. Sie beantwortete keine Frage nach Kraftzuwachs oder sportlicher Erholung. Originalabstract. Die Methodik erklärt, wie Endpunkte und Übertragungsgrenzen bewertet werden.

GHRP-2, GHRP-6 und Ipamorelin
GHRP-2
WADA 2026: S2.2.4, jederzeit verboten; ausdrücklich genannt. Quelle: Seite 8; geprüft 13.10.2026.
Bei acht gesunden, nicht adipösen Männern untersuchte eine ältere Studie die akute GH-Antwort auf GHRP-2 und Vergleichsbedingungen. Die GH-Freisetzung stieg; eine statistisch nachgewiesene Synergie der untersuchten Vergleichsbedingungen ergab sich dort nicht. Muskelwachstum wurde nicht gemessen. Tiulpakov et al. 1995. Die Identität und weitere Forschungsfragen stehen im GHRP-2-Profil.
GHRP-6
WADA 2026: S2.2.4, jederzeit verboten; ausdrücklich genannt. Seite 8; geprüft 13.10.2026.
Die Arbeit von Peñalva untersuchte GH-Antworten bei 25 gesunden Erwachsenen und zwölf präpubertären Kindern. Sie zeigt eine hormonelle Reaktion, aber keinen Muskel- oder Leistungsgewinn bei trainierenden Erwachsenen. Die Aufnahme von Kindern in eine physiologische Studie ist keine Grundlage für eine Anwendungsempfehlung. Originalabstract 1993 · Stoffprofil.
Ipamorelin
WADA 2026: S2.2.4, jederzeit verboten; ausdrücklich genannt. Seite 8; geprüft 13.10.2026.
Ein randomisierter klinischer Versuch mit 114 ausgewerteten Erwachsenen nach Darmoperation prüfte die Wiederaufnahme einer vertragenen festen Mahlzeit. Die zentralen Wirksamkeitsanalysen zeigten keinen signifikanten Vorteil gegenüber Placebo. Eine postoperative Darmfrage ist weder ein Muskelaufbau- noch ein Sportregenerationsnachweis. Beck et al. 2014 · Ipamorelin-Profil.
CJC-1295 mit DAC und Mod GRF(1–29) auseinanderhalten
CJC-1295 mit DAC
WADA 2026: S2.2.4, jederzeit verboten. CJC-1295 wird ausdrücklich genannt; die DAC-Ausführung ist eine Variantenzuordnung zum genannten Stoff. Seite 8; geprüft 13.10.2026.
Teichman und Kollegen untersuchten ein langwirkendes CJC-1295-Konstrukt in zwei randomisierten Studien an gesunden Erwachsenen. GH und IGF-I stiegen länger an. Die FDA ordnet die klinische Literatur dem DAC-Kontext zu, weist aber auf unklare genaue Substanzformen beziehungsweise Salzformen hin. Primärstudie 2006 · FDA-Bewertung 2024, Identität und klinische Daten.
Mod GRF(1–29)
WADA 2026: S2.2.4, jederzeit verboten; Gruppenerfassung als GHRH-Analogon. „Mod GRF(1–29)“ ist kein eigenes namentliches Listenbeispiel. Seite 8; geprüft 13.10.2026.
Die verbreitete Bezeichnung „CJC-1295 ohne DAC“ darf nicht dazu führen, die langwirkende Studie als direkte Prüfung des anderen Moleküls auszugeben. Die FDA warnt ausdrücklich vor der Übertragung des DAC-Pharmakologieprofils auf eine Form ohne DAC. FDA, Abschnitt II.B. Getrennte Profile: CJC-1295 mit DAC und Mod GRF(1–29).
MGF, PEG-MGF und IGF-Varianten: präklinische Ebenen
MGF als synthetisches E-Peptid
WADA 2026: S2.3, jederzeit verboten. Mechano growth factors sind ausdrücklich als Gruppe genannt; das synthetische E-Peptid wird dieser Gruppe zugeordnet. Seite 8; geprüft 13.10.2026.
„MGF“ kann eine IGF-Spleißvariante oder ein synthetisches E-Domänenpeptid meinen. Mills untersuchte MGF-Ct24E unter anderem an menschlichen Muskelvorläuferzellen und beobachtete eine erhöhte Zellmigration. Menschliche Zellen im Modell sind keine klinisch behandelten Menschen. Das Ergebnis ist kein Nachweis von Muskelaufbau beim Sport. Mills et al. 2007 · MGF-Profil.
PEG-MGF
WADA 2026: S2.3, jederzeit verboten; Gruppen-/Analogieregel für MGF. PEG-MGF ist nicht separat namentlich aufgeführt. Seite 8; geprüft 13.10.2026.
Die PEG-Modifikation schafft eine eigene Variante. Befunde zum unmodifizierten Peptid beantworten nicht automatisch deren Wirksamkeit oder Sicherheit. Die FDA nennt fehlende identifizierte Humanexpositionsdaten für PEG-MGF im betrachteten Compounding-Kontext. FDA · Variantenprofil.
IGF-1 LR3
WADA 2026: S2.3, jederzeit verboten; über „IGF-1 und seine Analoga“ erfasst. LR3 ist nicht separat genannt. Seite 8; geprüft 13.10.2026.
LR3 enthält eine N-terminale Verlängerung und den Austausch von Glutaminsäure (Glu) gegen Arginin an Position 3. Die Originalarbeit vergleicht biologische Aktivität in Zellmodellen. Das ist weder eine Sportstudie noch die Prüfung des zugelassenen IGF-1-Arzneistoffs Mecasermin. Francis et al. 1992 · LR3-Profil.
IGF-1 DES(1–3)
WADA 2026: S2.3, jederzeit verboten; über IGF-1-Analoga erfasst. DES(1–3) ist nicht separat genannt. Seite 8; geprüft 13.10.2026.
Diese Variante ist am N-Terminus verkürzt. Tomas untersuchte ihre Blutzuckerwirkung bei Weißbüschelaffen und Schweinen; LR3 wurde im Schweineversuch ebenfalls verglichen. Die ausgeprägte blutzuckersenkende Wirkung ist ein präklinischer Stoffwechselbefund, kein Beleg für sicheres Muskelwachstum. Tomas et al. 1997 · DES-Profil.
Die Befunde nach Population und Endpunkt
| Stoff / Variante | Population / Modell | Endpunkt und Ergebnis | Evidenzgrenze | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| GHRP-2 | Acht gesunde Männer | Akute GH-Freisetzung erhöht. | Kleine physiologische Studie; keine Muskelmasse oder Kraft. | 1995 |
| GHRP-6 | 25 Erwachsene und zwölf Kinder | GH-Antwort auf einen experimentellen Stimulus. | Hormonmessung, keine sportliche Funktionsprüfung. | 1993 |
| Langwirkendes CJC-1295, DAC-Kontext | Gesunde Erwachsene, 21–61 Jahre | GH und IGF-I erhöht. | Randomisierte Kurzzeitstudien; genaue Form nicht vollständig geklärt, kein Muskelendpunkt. | 2006 |
| Ipamorelin | 114 ausgewertete Personen nach Darmoperation | Kein signifikanter Vorteil der zentralen Wirksamkeitsanalysen. | Randomisierte klinische Studie einer anderen Indikation. | 2014 |
| MGF-Ct24E, nicht PEG-MGF | Muskelvorläuferzellen, präklinische Versuche | Zellmigration gefördert. | Kein Muskelaufbau- oder Regenerationsnachweis an Sportlern. | 2007 |
| IGF-1 LR3 und DES(1–3) | Definierte Zellmodelle | Veränderte biologische Aktivität gegenüber IGF-I. | Zellmodell, keine klinische Funktions- oder Sicherheitsprüfung. | 1992 |
| DES(1–3); LR3 im Schweinevergleich | Weißbüschelaffen / Schweine, je nach Variante | Stärkere beziehungsweise länger anhaltende Blutzuckersenkung. | Tierforschung; keine Human-Sicherheitsrate oder Leistungswirkung. | 1997 |
Alle Quellen am 13.10.2026 erneut gezielt geprüft. Für Mod GRF(1–29) und PEG-MGF ist in dieser Auswertung kein direkter klinischer Sportnutzen belegt; fremde Varianten füllen diese Lücke nicht.
Warum ein plausibler Signalweg keine Sicherheitszusage erlaubt
Die FDA nennt für GHRP-6 mögliche Veränderungen von Cortisol und Glukosestoffwechsel, für CJC-1295 Herzfrequenz- und Gefäßreaktionen sowie bei mehreren Peptiden Qualitäts- und Immunogenitätsfragen. Es handelt sich um substanzbezogene US-Compounding-Hinweise, nicht um Häufigkeitsangaben für Sportler. FDA-Übersicht.
Auch ein günstiger Kurzzeit-Verträglichkeitsbericht deckt seltene oder spätere Schäden nicht ausreichend ab. Die CJC-Studie beschreibt gesunde Versuchspersonen und begrenzte Beobachtung. Tierdaten zur Blutzuckersenkung bei IGF-Varianten zeigen zudem, dass eine Verbindung außerhalb der erwünschten Muskelvorstellung andere relevante Systeme beeinflussen kann. Eine präklinische Risikoanzeige ist dabei keine gemessene Humanereignisrate.
Die ausgewerteten Arbeiten begründen für die genannten Forschungsvarianten keine zugelassene Muskelaufbau- oder Sportregenerationsanwendung. Ein genauer Zulassungsstatus muss immer Produkt, Land und Indikation nennen. Die medizinische Verwendung eines verwandten Moleküls überträgt sich nicht auf LR3, DES, MGF oder eine andere CJC-Form.
Sinnvolle Vertiefung statt pauschalem Wirkversprechen
Beim Vergleich einer Behauptung sollten Stoffvariante, Studienpopulation, Kontrollgruppe und tatsächlicher Funktionsendpunkt gemeinsam sichtbar sein. „Anabol“, „regenerativ“ oder „GH-Steigerung“ allein sagt nicht, ob Menschen nach einer definierten Belastung schneller wieder leistungsfähig wurden.
Die Einordnung zu Gelenkschmerzen behandelt Schmerz, Funktion und Gewebe als getrennte Fragen. Die Peptide-Grundlage erklärt die Begriffe. Der angegebene Sportstatus bezieht sich auf das genannte Listenjahr. Die jeweils gültige Verbotsliste und spätere Änderungen findest du auf der offiziellen WADA-Seite.

Quellen, Prüfdatum und Reichweite
Eigene redaktionelle Einordnung mit KI-Unterstützung, geprüft am 13.10.2026. Keine externe sportmedizinische oder Anti-Doping-Freigabe. Gezielte Quellenprüfung, keine vollständige systematische Literaturübersicht.
- WADA 2026: Einführung, S2 und insbesondere Seite 8 direkt gelesen; Klassen und Variantenzuordnung separat geprüft.
- WADA: TUE: Zuständigkeit und Verfahrenscharakter gelesen.
- Tiulpakov 1995, Peñalva 1993, Teichman 2006, Beck 2014, Mills 2007, Francis 1992 und Tomas 1997: vollständige Originalabstracts direkt beziehungsweise im offiziellen PubMed-Suchindex gelesen; keine Volltexte. Teilweise lieferten Direktseiten keinen Fachtext.
- FDA-PCAC-Bewertung 2024: relevante Identitäts-, pharmakologische und klinische Abschnitte neu gelesen; keine vollständige Prüfung aller 72 Seiten und ihrer Primärliteratur.
- FDA-Sicherheitsübersicht: relevante Stoffzeilen samt Tabellenkontext.

